Mit einem Musikkonzert und einer Werkschau setzte die Arbeitsloseninitiative ein Zeichen gegen Armut und Ausgrenzung. Hintergrund ist, dass immer mehr Menschen werden gesellschaftlich an den Rand gedrängt und von sozialer Teilhabe ausgeschlossen werden, während gleichzeitig Unternehmensgewinne steigen.
Die Schere zwischen arm und reich wird in Deutschland immer größer. 13 Millionen Menschen gelten als armutsgefährdet, fast 3 Millionen sind erwerbslos und über 1 Million sind ergänzend auf Hartz IV angewiesen, obwohl sie einen Vollzeitjob haben. Armut bedeutet nicht nur finanziellen Mangel sondern auch Ausgrenzung aus vielen Lebensbereichen. In unserer Projektarbeit erleben wir ständig, was es heißt von Armut betroffen zu sein. In die Arbeitsloseninitiative kommen täglich Menschen auf der Suche nach Arbeit und Teilhabe. Viele haben mit den Folgen langjähriger Erwerbslosigkeit zu kämpfen, wie zum Beispiel Mutlosigkeit, Depression oder Verschuldung. Hier finden sie eine Anlaufstelle, Beratung und Möglichkeiten, sich zu beteiligen und zu engagieren.
Richard Kunkel, katholischer Betriebsseelsorger und erster Vorsitzender der Initiative, weiß wie wichtig soziale Teilhabe für Erwerbslose ist: „Gerade in Zeiten, die von großen Unsicherheiten und Umbrüchen geprägt sind, ist es wichtig, Menschen zu zeigen, dass sie dazu gehören.“
Mit dem Projekt machte die Initiative auf gesellschaftliche Missstände und Ungleichverteilung aufmerksam. Die Arbeitsloseninitiative zeigte am Konzertabend auch einen Teil ihrer erarbeiteten Ausstellung zum Thema „Durchblicken“. Blickfang waren insbesondere zwei lebensgroße Figuren, die im Kunstprojekt erarbeitet wurden und den Blick richten auf Armut und Ungleichverteilung in Deutschland. Die Figuren standen am 27. Mai als "Rohbau" zur Schau, Interessierte konnten Ideen für ihre Bemalung aufzeichnen. Einen Monat später wurden die Figuren am 25. Juni bei der Open Air Kunstausstellung zum ersten Mal öffentlich präsentiert, die in diesem Jahr unter dem Motto "Durchblicken" stattfand. Die inzwischen bunten Figuren zeigten beim Durchblicken Grafiken und Texte zum Thema Armut und Reichtum.
Die Musikerinnen und Musiker der Bands spielten an diesem Abend ohne Gage für alle, die Erwerbslosen und von Armut betroffenen Menschen zeigen wollen, dass auch sie dazu gehören. Johnny DeVille Blues Gang widmeten sich mit viel Herz und Seele der Musik des Südens der USA aus den 50ern und 60ern. Sie spielten handgemachten, authentischen Louisiana und Country Blues in akustischem, ungeschliffenen Roots-Sound. Mit dabei waren Hans Röth (Gitatrre, Gesang) Birgit Ebertshäuser (Gesang), Rainer Partak (Bass) und Udo Rinn (Harp). Popsongs mal ganz anders präsentierten anschließend die Kellersurfer. Rund um Bandleader, Gitarrist und Sänger Oliver Heck erfreuen sie ihr einmal wieder ihr Publikum mit einem bunten Strauß aus eingängigen Liedern in eigenen Arrangements. Mit dabei waren Hanne Bruns (Gitarre), Stanislav Skorbjaschenskij (Violine), Simeon Perlov (Bass) und Matthias Schlücking (Schlagzeug).